Fruchtsäurepeeling

Unter dem Begriff ‚Chemical Peeling' mit Fruchtsäuren versteht man das Herabschälen verschiedener Hautschichten mit Hilfe chemischer Substanzen, meist Fruchtsäuren. Die menschliche Haut besteht aus drei Schichten: der Epidermis (Oberhaut), dem Korium (Lederhaut) und der Subcutis (Unterhautfettgewebe). Erste ist wiederum in verschiedene Schichten untergliedert, wobei die unterste ständig neue Hautzellen bildet. Diese wandern allmählich an die Oberfläche der Epidermis und erreichen schließlich die Hornhaut, wo sie als völlig verhornte abgestorbene Hautzellen abgestoßen werden. Diese Abschuppung findet ständig statt, ist jedoch mit bloßem Auge nicht zu erkennen. Abstoßung und Neubildung der Hautzellen steht bei gesunder Haut in einem ausgewogenen Verhältnis.

Das Prinzip des Chemical Peeling besteht nun im Wesentlichen in der Ablösung der Hornschicht mit Hilfe von Fruchtsäuren bei Hauterkrankungen, bei denen es zu einer Anhäufung der Hornschicht kommt.

Die Fruchtsäuren vermindern den Zusammenhalt von Hornschuppen, so dass ihre Ablösung von der Haut erleichtert wird. Zusätzlich ist ein feuchtigkeitsbindender Effekt der Fruchtsäuren zu erwarten, was zu einer Feuchtigkeitserhöhung in der Haut führen kann.

Bei welchen Erkrankungen kann man Chemical Peeling einsetzen?

Zu den Indikationen, also den Einsatzgebieten für das Fruchtsäurepeeling, gehören folgende Hautveränderungen:

  • Akne vulgaris
  • Mitesser ('Akne comedonica')
  • Altersflecken ('Lentigo senilis')
  • Altershaut
  • Falten
  • großporige Haut
  • Pigmentflecken ('Lentigo simplex')
  • Chloasma (Pigmentstörungen bei jungen Frauen, meist hervorgerufen durch die ‚Pille')
  • weitere Pigmentveränderungen und -unregelmäßigkeiten
  • oberflächliche Aknenarben

Wann darf kein Chemical Peeling durchgeführt werden?

Gegenanzeigen, bei denen ein Chemical-Peeling nicht durchgeführt werden darf, sind:

  • äußerliche Behandlung mit Vitamin A-Säure (z.B. bei zur Aknebehandlung), wenn dieses Medikament nicht eine Woche zuvor abgesetzt wurde
  • innerliche Behandlung mit Vitamin A-Säure (‚Isotretinoin', z.B. zur Behandlung von Akne) innerhalb der letzten 6 Monate
  • Vorausgehende oder bestehende Herpes-Infektionen
  • Vorbehandlung mit Enthaarungsmitteln, Gesichtsmasken und Wachsbehandlungen
  • Bestrahlungen mit UV-Licht, Hautschälungen und operative Eingriffe in den letzten 6 Monaten
  • vorrausgegangene Schleifbehandlungen (z.B. zur Behandlung von tieferen Aknenarben)
  • Wulstnarben (Keloide in der Vorgeschichte)
  • Hauttyp IV-VI (dunkle Haut)

Wie verläuft die Therapie?

Vorbehandlung: Zur Vorbereitung auf die Therapie und um die Empfindlichkeit Ihrer Haut herauszufinden, sollten Sie über 14 Tage vor der eigentlichen Therapie jeden Abend eine Glykolsäurezubereitung dünn auf die gut getrocknete und für die Therapie vorgesehene Haut auftragen. Während dieser Vortherapie werden Sie wahrscheinlich erstmals das Glykolsäurekribbeln spüren, was ein Zeichen der Wirkung an der Haut ist.

Es ist wichtig, dass Sie uns die Reaktionen an ihrer Haut mitteilen. Es tritt an empfindlicher Haut rascher auf als an weniger empfindlicher Haut.

Chemical-Peeling: Nach dieser Vorbehandlung folgen dann in Abständen von 8-10 Tagen die Hauptbehandlungen. Am Tag der Behandlung sollten Sie kein Make-up oder andere Kosmetika auftragen, Herren sollte auf eine Rasur und After Shave verzichten. Zu Beginn der Therapie wird dann die Haut mit entfettenden Substanzen gereinigt. Dann werden die Peeling-Substanzen aufgetragen. Die Dauer der Einwirkungszeit kann der behandelnde Arzt bei guter Verträglichkeit bei Fortschreiten der Therapie verlängern. Nach einer Einwirkungsdauer, welche in der Regel zwischen 3 und 10 Minuten liegt, werden die Peelingsubstanzen wieder heruntergewaschen und das Gesicht gereinigt. Nach dem Peeling kann die Haut je nach Hauttyp mehr oder weniger gereizt reagieren. Um die Reizerscheinungen zu lindern, können Sie ein kühlendes Tuch auf die entsprechende Stelle legen. Um diesen Prozess zu unterstützen, können Sie eine Pflegecreme wie zum Beispiel eine kühlende Emulsion auf die Haut aufgetragen. Make-up sollten sie am Tage der Behandlung nicht mehr auftragen.

Therapie zwischen den Peeling-Behandlungen: Zwischen den einzelnen Therapiesitzungen und schließlich auch noch 1-2 Monate nach der Therapie sollten Sie Sonnenschutzcremes mit hohem Lichtschutzfaktor auf die behandelte Haut auftragen. Gegebenenfalls kann über die Sonnenschutzcreme ein Make-up aufgetragen werden. Des weiteren kann es sich empfehlen, auch zwischen den Behandlungen noch Säurehaltige Cremes zu verwenden. Hierauf wird sie Ihr Hautarzt aufmerksam machen.

Erhaltungstherapie: Eine Erhaltungstherapie mit fruchtsäurehaltigen Cremes oder Milch kann den Therapieerfolg auch über längere Zeit erhalten.

Erwarten mich Komplikationen?

Vor allem bei den ersten Anwendungen können Irritationen wie Schuppenbildung, Hautrötung, Hitzegefühl, Jucken, Brennen und eventuell Verschorfung der obersten Hautschichten auftreten. Diese Reaktionen lassen im Laufe der Zeit nach, da sich die Haut an das Peeling gewöhnt. In sehr seltenen Fällen kann es zu leichten Schmerzen, nässenden Wunden, Pigmentverschiebungen, einer verzögerten Wundheilung und Narbenbildung kommen.

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