Starkes Schwitzen - Hyperhydrosis

Schwitzen ist eine normale Funktion des Körpers. Bei Hitze, körperlicher Anstrengung, in emotional belastenden Situationen oder beispielsweise nach dem Verzehr scharfer Speisen schwitzt jeder Mensch mehr oder weniger stark. Daher ist der Übergang zu übermäßigem Schwitzen, auch Hyperhidrose genannt, fließend. 

Produziert der Körper aber unabhängig von äußeren Einflussfaktoren übermäßig und unkontrolliert viel Schweiß spricht man von krankhaftem Schwitzen. Große Schweißflecken in der Kleidung, nasse Haare und Schweiß, der über den Körper rinnt, machen den Betroffenen das Leben schwer. Die psychische Belastung ist groß. Aus Scham ziehen sich viele Betroffene zurück, so dass es zu Problemen im beruflichen und sozialen Umfeld kommen kann. Die Antizipation von Schweißausbrüchen selbst verstärkt häufig das ursprüngliche Problem nochmals. 

Woher kommt das starke Schwitzen?

Um die Ursache zu klären, muss man verschiedene Formen der Hyperhidrose unterscheiden: die sekundäre und die primäre Hyperhidrose.

Ist die Ursache der übermäßigen Schweißproduktion eine andere Erkrankung, spricht man von einer sekundären Hyperhidrose. Dies kann beispielsweise bei einer Infektion, Tumorerkrankung, Fehlfunktion der Schilddrüse oder auch neurologischen Erkrankungen oder Alkoholismus der Fall sein.  Ein plötzlicher Schweißausbruch mitten in der Nacht oder auch ein Schwitzen am ganzen Körper (generalisierte Hyperhidrose) sind oft ein Hinweis auf diese Art der Hyperhidrose.

Bei einer primären Hyperhidrose tritt das übermäßige Schwitzen ohne erkennbaren Grund auf und beschränkt sich meist auf bestimmte Körperregionen wie z. Bsp. Achseln oder Hände (fokale Hyperhidrose). Dies ist die häufigste Form. Nicht selten leiden die Betroffenen besonders bei seelischer Anspannung unter Schweißausbrüchen.

Behandlungsmöglichkeiten

In unserer Praxis behandeln wir die primäre Hyperhidrose je nach Schweregrad und der betroffenen Körperregion: 

Antitranspirante

In leichten Fällen schafft die äußerliche Anwendung von Schweißhemmern Abhilfe. Dies sind meist Lösungen bzw. Deos, die mit Metallsalzen die Hautporen verschließen und so den Schweiß am Austritt hindern. Da die Aluminiumsalze in der Vergangenheit zunehmend in die Kritik geraten sind, nehmen immer mehr Patienten von dieser Methode Abstand.  

Tabletten

Schweißhemmende Dragees, die den Wirkstoff Methantheliniumbromid enthalten. Methantheliniumbromid besitzt eine große Ähnlichkeit mit dem Botenstoff Acetylcholin, der maßgeblich für das übermäßige Schwitzen verantwortlich ist. Es entfaltet seine Wirksamkeit auf die Nervenfasern, wodurch die überschießende Aktivierung der Schweißdrüsen, insbesondere im Bereich der Achseln, gehemmt wird. In wissenschaftlichen Untersuchungen konnte gezeigt werden, dass die Schweißproduktion um bis zu 50% gemindert wird (Tagesdosis 2 Dragees). Bisherige Erfahrungen zeigen, dass die Wirkung nach ca. 30 Minuten einsetzt.

Leitungswasser-Iontophorese

Bei starkem Schwitzen an Händen und Füßen kommt die Leitungswasser-Iontophorese zum Einsatz. Dabei werden die betroffenen Stellen in ein Bad mit elektrischem Strom gelegt. Die Erfolgschancen sind gemischt: bei manchen Patienten sorgt die Behandlung für eine spürbare Linderung, bei anderen bleibt sie ergebnislos.

Operative Entfernung der Schweißdrüsen

In ganz schweren Fällen werden die Schweißdrüsen der betroffenen Körperregion, meist Achseln, entfernt. Da eine Operation auch immer ein Risiko darstellt und es zu einer vermehrten Schweißproduktion an anderen Stellen kommen kann, ist die operative Entfernung nur in Ausnahmefällen sinnvoll.

Botulinum-Spritzen

Seit vielen Jahren hilft die Behandlung mit Botolinumtoxin A (Botox). Dabei wird der Eiweiß-Wirkstoff in die betroffene Körperregion gespritzt und unterbindet bzw. mildert die Funktion der Schweißdrüsen. Die Wirkung beginnt nach ca. 4 Tagen und hält 4 -12 Monate an.

Was Sie selbst tun können

Sie selbst können die Behandlung aktiv unterstützen und so die Erfolgschancen erhöhen:

  • Entspannungsübungen wie Mediation, autogenes Training oder Muskelentspannung nach Jacobson helfen, das Nervensystem zu beruhigen.
  • Heiße oder scharfe Speisen und Getränke können genauso wie Kaffee und Alkohol die Schweißproduktion erhöhen. Probieren Sie aus, ob ein Verzicht Linderung verschafft.
  • Trainieren Sie Ihre Thermoregulation mit Sport, Wechselduschen und Saunagängen. Lassen Sie sich aber vorher von Ihrem Arzt durchchecken und "grünes Licht" geben.
  • Achten Sie auf Ihr Körpergewicht und machen gegebenenfalls eine Diät.
  • Eine natürliche Alternative ist die Behandlung mit Salbei.


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